Highlights krm Management Update 2026 (1)

Highlights aus dem krm Management Update 2026 (1)

Das diesjährige Management Update zum Thema KI-Compliance war wie immer gut besucht und bot hochkarätige Inputs. Der krm Newsletter widmet sich in den folgenden Ausgaben den Ergebnissen aus den entsprechenden Referaten. Als erstes erscheint hier ein Bericht über den Keynote von David Rosenthal, der sich mit der wichtigen Frage befasst hat, wie eine Organisation öffentliche KI-Tools mit sensiblen Daten rechtskonform nutzen kann ohne solche Systeme mit betriebsinternen Daten zu füttern. Damit kann der betriebliche Datenschutz sichergestellt und die eigene Datenhoheit bewahrt werden. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass «parasitäres Lernen» verhindert wird, denn die Konzerne monetarisieren die kollektive Intelligenz milliardenfach und nutzen die Impulse der Menschen, um sie zu Geld zu machen, ohne sie zu vergüten!

Ein Umfrage im Auftrag von HP (Inside-IT) hat kürzlich ergeben, dass 33% der Nutzer in der Schweiz öffentliche KI-Modelle (LLM) mit internen Dokumenten oder Verträgen füttern und 27% geben sogar Kundendaten ein. Da müssten eigentlich die Alarmglocken bei allen Datenschützern  läuten, wenn Daten die zB dem Berufsgeheimnis unterliegen, einfach preisgegeben werden.

Um die Datenhoheit einer Firma zu bewahren, gibt es inzwischen Lösungen. Die von David Rosenthal von der Anwaltskanzlei Vischer AG präsentierte Anwendung (Red Ink) wurde entwickelt, weil die meisten Anbieter von grossen Sprachmodellen nicht den nötigen Schutz der internen Daten bieten konnten oder wollten.

Was bietet das Tool Red Ink?

  • Ein Add-in für Word, Excel, Outlook, Edge (Windows)
  • Funktioniert mit beliebigen LLM (auch mehreren), quelloffen
    • Kann Texte bearbeiten, analysieren, vergleichen, übersetzen, kommentieren, transkribieren, vertonen etc. und Worksheets ausfüllen, erklären, anonymisieren,           anpassen, prüfen etc., und zwar jeweils direkt in den Anwendungen, auch mit PDFs etc.
  • Kann Grafiken, Diagramme, Folien, Podcasts etc. erstellen
  • Wichtig: Die „Magic“ stammt vom KI-Modell, nicht dem Tool
  • Aber dank dem Tool ist KI besser in die Abläufe der Firma integriert
  • Erfolgsfaktoren: Keine Restriktionen betreffend Daten und auf die tatsächlichen Bedürfnisse im Alltag der Firma abgestimmt
  • Die KI kann durch eigene (interne & externe) Quellen ergänzt werden ® Retrieval Augmented Generation (RAG)

David Rosenthal erläuterte die Mehrwerte des Tools im Alltag. Sie entsprechen den üblichen Funktionen von Sprachmodellen, aber mit dem entscheidenden Vorteil, dass keine internen Daten nach draussen in fremde LLMs fliessen, dass die KI besser in die Abläufe der Firma integriert ist – inkl. Nutzung eigener Quellen – und somit den tatsächlichen Bedürfnissen der Mitarbeitenden nachkommt:

  • Arbeiten direkt innerhalb von Word, Excel und Outlook
  • Wichtige Funktionen auf einen Klick, übersetzen oder umarbeiten
  • Bewahren von Formatierungen, Querverweise, Fussnoten
  • mit Markups sehen, was sich verändert hat
  • Verbesserungsvorschläge direkt als Word-Kommentare
  • Kontrollieren, worauf ein Text geprüft wird
  • Skripte gem. Text- und Informationsanforderungen erstellen
  • Umbenennen von Dateien
  • Zeitlinien aller wichtigen Ereignisse erstellen
  • Kontrovers über ein Dossier diskutieren
  • KI erfüllt Aufträge, zB die Aussagen im Dokument mit aktueller Rechtsprechung verifizieren (Vertragsentwurf erstellen und mit div. Quellen abgleichen)

In der abschliessenden Diskussion spricht Rosenthal über Risiken und Herausforderungen im Umgang mit KI und gibt diverse Empfehlungen mit auf den Weg:

Es sei wichtig die Kontrolle über alle Endergebnisse zu übernehmen, nicht nur KI zu beaufsichtigen. KI sei das, wofür wir sie bestimmen – ansonsten ein willenloses Werkzeug &  Sicherheitsrisiko. Die Fähigkeiten und Grenzen der KI müssten verstanden werden. Öffentliche KI-Browser wie Comet von Perplexity operieren unkontrolliert und sind für eine firmeninterne Nutzung ungeeignet (Einfallstore für Hacker). Das folgende Motto ist sicher gut für einen Start in die kontrollierte Kooperation mit KIs:

  • Start small, grow tall: Anfangen mit übersetzen, korrigieren, zusammenfassen, suchen; Erfahrung sammeln, KI-Assistenz in den Alltag einbauen.

Fazit: Insgesamt ist die Lösung Red Ink ein grosser Game-Changer für die Firma und insofern eine Erfolgsgeschichte die nicht so einfach zu replizieren ist. Die RedInk Story kann nachgelesen werden, entwickelt sich aber fortlaufend weiter.

Es geht heute nicht mehr nur darum, dass KI funktioniert, sondern wie sie in die Unternehmensstruktur eingebettet ist. Hier sind die 5 entscheidenden Ebenen der KI-Prüfung und Zertifizierung nach krm. Konsultieren Sie das krm Angebot betr. KI-Compliance: https://www.digitalkonform.ch/certifai/

KI-Governance steht zuoberst.

J.Hagmann

 

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